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Sind Sie Teil der Crew einer Fluggesellschaft und ist wegen Corona Ihr Arbeitsplatz in Gefahr? Egal ob Flugbegleiter, Pilot oder Bodenpersonal – wir erklären Ihnen, was Sie tun können!

Die Crew einer Airline stellt zweifelsohne das Herzstück dieser dar. Niemand repräsentiert das Unternehmen so sehr nach Außen, wie die Crew. Sie hat immer ein Lächeln für ihre Fluggäste auf den Lippen und sorgt dafür, dass Fluggäste sicher und glücklich an ihr Ziel kommen. Doch eine namenhafte deutsche Fluggesellschaft denkt aufgrund der aktuellen Corona-Lage darüber nach, genau dieses Personal abzubauen. Zwar wurde erst im August mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo ausgehandelt, dass sie vorerst auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet – jedoch gilt dies nicht für das ganze Personal. Auch Mitarbeiter anderer Fluggesellschaften könnten zukünftig davon betroffen sein! Wann kann überhaupt eine Kündigung ausgesprochen werden und was kann der Betroffene dagegen tun?

Schalter an einem Flughafen

Aus welchen Gründen könnte eine Kündigung ausgesprochen werden?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer verhaltensbedingten, einer personenbedingten und einer betriebsbedingten Kündigung. Ist eine Fluggesellschaft wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten, wäre das ein Fall für eine betriebsbedingte Kündigung. Es handelt sich dabei um rein betriebliche Gründe, die nichts mit der Person des Arbeitnehmers zu tun haben. Im Falle der Fluggesellschaften wäre dies ein fehlender Absatz für ihre angebotenen Leistungen. Denn durch die Corona-Pandemie sind viele Fluggäste verunsichert, möchten nicht mehr fliegen oder scheuen die Konsequenzen, die aufgrund von Reisewarnungen drohen. Faktisch besteht ein großes Ungleichgewicht zwischen dem Leistungsvermögen der Fluggesellschaften und der Nachfrage am Markt. Eine Kündigung wäre eine direkte Reaktion auf dieses Ungleichgewicht und würde daher eine betriebsbezogene Maßnahme darstellen.

Doch geht das so einfach?

Für jede Art der Kündigung gilt, dass sie verhältnismäßig sein muss. Insbesondere muss sie das letzte zumutbare Mittel sein, um den betrieblichen Erfordernissen gerecht zu werden. Es dürfte also keine anderen Möglichkeiten geben, den Mitarbeiter weiter zu beschäftigen, etwa durch den Wechsel zu einer anderen Tätigkeit oder das Anordnen von Kurzarbeit. Letzteres wäre insbesondere dann vorzuziehen, wenn nicht davon auszugehen ist, dass der Arbeitsplatz des Mitarbeiters dauerhaft wegfällt.  

Sollten tatsächlich betriebliche Gründe bestehen, darf der Arbeitgeber jedoch noch nicht einfach so kündigen. Er hat noch die sogenannte „Sozialauswahl“ durchzuführen. Das heißt, dass er zwischen allen Mitarbeitern, die für eine Kündigung in Frage kommen, anhand von Kriterien wie Alter, Betriebszugehörigkeit und vielem mehr, abwägen muss, welche Mitarbeiter er entlässt und welche er behält. Die Kündigung muss im Verhältnis zu den anderen Mitarbeitern gerecht sein.

Ob tatsächlich betriebliche Gründe vorliegen, die eine Kündigung rechtfertigen und die Sozialauswahl korrekt durchgeführt wurde, muss immer im Einzelfall geprüft werden.

Vorsicht bei der Änderungskündigung!

Eine andere Form der Kündigung, die der Arbeitgeber hier in Betracht ziehen könnte, wäre eine Änderungskündigung. Bei einer solchen macht der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Angebot, das Arbeitsverhältnis unter anderen Bedingungen fortzusetzen, zum Beispiel, mit weniger Lohn oder weniger Arbeitsstunden. Der Arbeitnehmer hat dann die Möglichkeit, diese Änderungen anzunehmen. Sollte er nicht damit einverstanden sein, gilt die Änderungskündigung automatisch als „normale Kündigung“ und es gilt das oben geschriebene. Doch bei der Änderungskündigung gilt Vorsicht! Denn sind die Vertragsbedingungen einmal geändert, haben Sie keinen Anspruch darauf, dass diese wieder geändert werden, wenn es dem Unternehmen wieder besser geht.

Was mache ich, wenn ich eine Kündigung erhalten habe?

Sollten Sie sich gegen die Kündigung wehren wollen, können Sie dagegen Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. In diesem Fall müssen Sie schnell handeln! Denn eine Kündigungsschutzklage kann nur innerhalb von drei Wochen nach Zustellung der Kündigung eingereicht werden. Wenn Sie dabei Hilfe wünschen, unterstützen wir Sie gerne!

Welche sonstigen Möglichkeiten hat der Arbeitgeber, um das Arbeitsverhältnis zu beenden?

Sollten sowohl der Arbeitgeber, als auch der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beenden wollen, kommt ein Aufhebungsvertrag in Betracht. Hierin können beide Parteien Bedingungen vereinbaren, unter denen das Arbeitsverhältnis dann aufgelöst wird – etwa die Zahlung einer Abfindung. Dies setzt jedoch immer eine Einigung zwischen beiden Parteien voraus und kann nicht einseitig durch den Arbeitgeber erklärt werden.

Droht auch Ihnen die Kündigung? Oder haben Sie möglicherweise sogar schon eine Kündigung erhalten? Melden Sie sich hier bei uns, wir unterstützen Sie gerne, damit Sie zügig zurück an Ihren Arbeitsplatz kommen!

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